Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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— 316— Heinrich geſucht, lag nun hinter ihm, und die graue, hohe, ſtumme Mauer ſtand wieder davor.

Da ſie nun allein waren, und da ſie die unbetretene, unbefahrne Straße der düſtern Allee abwärts zu ſchreiten begannen, ſagte Robert zu Heinrich:„Nun aber um Gotteswillen erkläre, was ſoll Alles das be⸗ deuten?“

„Ich will es Dir ſagen,“ antwortete Heinrich,„aber zuvor erkläre Du mir, wie es denn kam, daß Du nie von dieſem außerordentlichen Schloſſe und ſeinem wunderlichen Teſtamente zu mir geſprochen haſt, da ich doch ſchon ſo viele Wochen in der grünen Fichtau wohne, undſo oft mit Dir zuſammengekommen bin?“

„Deine Frage iſt noch wunderlicher, als die Sache ſelbſt,“ erwiederte Robert.„Wie konnte mir beikommen, eben weil Du ſchon viele Wochen in der Fichtau wareſt, daß Du von einem Dinge nichts wiſſeſt, das doch in aller Leute Munde war? und wie ſollte ich freiwillig wieder von etwas beginnen, von dem man eben erſt aufgehört hatte zu reden?“

„Nun, ſo hat mich denn ein Wunder in dieſer Angelegenheit ge⸗ führt,“ ſagte Heinrich,„ſonſt wäre ſie gerade für den verloren geweſen, den ſie doch am meiſten anging, der mitten im Geſpräche darüber ſaß, und nicht einen Laut davon vernommen hat!— Höre mich an. Du weißt, wie ich Dir ſagte; daß ich wunderbare Ruinen gefunden, und daß ich den närriſchen Fichtauer Wirth darüber zu Rede geſtellt;— Du weißt, daß Du mir dann ſelber das ſonderbare Teſtament dieſer Scharnaſt's aus⸗ einandergeſetzt haſt: aber das weißt Du nicht, daß ein furchtbarer Blitz auf mich von heiterem Himmel gefallen war— daß ein ſolcher Scharnaſt mein Ahnherr geweſen— und daß ich es doch keinem Menſchen dieſer Erde zu entdecken wagte, weil es dennoch unwahr ſein konnte— ach, es ſchwebte mir ja kaum wie ein dunſtiger duftiger Rebelſtreifen vor, der dahin ſein konnte, ehe man ihn erfaßt.— Ich ſchrieb deſſelben Abends, als ich mit dem Wirthe und Deinem Schwiegervater geſprochen hatte, noch an meine Mutter, und befragte ſie, wie unſer Ahn geheißen, und welche ſeine Verhältniſſe geweſen— und ich ſchickte den Brief noch in der Nacht nach Priglitz auf die Poſt. Darum, Freund, war es auch nicht Neugierde allein, was mich auf dieſen Berg trieb, ſondern ein Inſtinkt, der auf ſei⸗ nen Gegenſtand weiſt, wenn er ihn auch noch nicht kennt. Siehe, Dir muß der Kaſtellan, Dir muß meine Aehnlichkeit mit jenem Bilde aber⸗

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