Teil eines Werkes 
1. und 2. Lieferung (1819)
Entstehung
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An ſchauung noch die morgenlaͤndiſche Beſchauung ſie hat nicht die kecke, leichtſinnige Selbſtgenug⸗ ſamkeit der in alle Winkel riechenden franzoſiſchen Naſen auch nicht die zum träumenden Sinnen⸗ genuß und roher Thierheit aufgeworfne Stumpf⸗ heit des Nordlaͤnders im hoͤchſten Grade bei den Lappen und Siberiern: ſondern ſie iſt ganz deutſch, d. h. ganz auf ſich ſelbſt beſchraͤnkte, in ſich ſelbſt vollendete und ausgebreitete Eigenthuͤm⸗ lichkeit. Es liegt in ihrer Breite jene unendliche mehr Breite als Tiefe in Luthers Geiſte, womit er fern von Schulwitz und Spitzfindigkeit das Seelenheil Europa's vom Mittelpunkt eines einzigen Urgedankens aus zu umfaſſen und zu ret⸗ ten vermochte. Es liegt in ihrem graden, ſtarken, und doch ſo ſcharf in ſich beſchloßnen Durchſchnitt jene unuͤberwindliche Gradheit Luthers, wonach er in allen Verhaͤltniſſen des Lebens ſtets einer, ſtets ganz derſelbe blieb. Es liegt endlich in dem gan⸗ zen, zugleich breiten und hohen, zugleich aufſtreben⸗ den und ausbreitenden Weſen ſeiner Raſe, das ſich eher fuͤhlen als beſchreiben laͤßt, jener eherne Fel⸗ ſengrund im Weſen Luthers, der grabe der Grund⸗ zug der Deuſchen, und in Luther als Gipfelpunkt dentſchen Geiſtes aufs Höchſte geſteigert erſchien. Es iſt jene Geiſteshaͤrte, die alle Pfeile der Welt abprallen ließ wie von bezaubertem Panzerz jene feſte hohe Chriſtenruhe, mit der er ſprach: Hier ſtehe ich, ich kann nicht anders, GOtt helfe mir! Amen; aber eben auch zugleich jene zackige Schroff⸗ heit, die in allen ſeinen Streitſchriften herrſcht. Die letzte Haupteigenſchaft, als der innerſte Ur⸗ grund im Weſen Luthers, aus dem ſich ſein Thun