Ferner:
Kurt von Waldau
mit ſeiner wilduerwegenen Räuberſchaur.
Wir finden im Leben Menſchen, welche ruhigen Sin⸗ nes jede Unbill, die man ihnen ungerechter Weiſe zufügt, hinnehmen, und geduldig jede Qual, mit welcherein herz⸗ loſer Böſewicht ſie peinigt, ertragen. Und Himmel und Erde verehrt ſie. Aber es giebt auch Menſchen, deren Blut feuriger durch die Adern rollt, wenn ſie beleidigt oder ge⸗ kränkt werden und in deren Herz der finſtere Geiſt der Rache einzieht, wenn an ihnen eine böſe That verübt wurde. Und Himmel und Erde verdammt ſie. Kurt von Waldau iſt einer der letzteren Charaktere. Voll heiteren Jugendmuthes ſehen wir ihn zuerſt in der friſchen dufti⸗ gen Waldeinſamkeit des Schloſſes ſeiner Ahnen; ritterlich kühnen Sinnes kämpft er dann unter den Fahnen des gro⸗ ßen Wallenſtein, voll Anmuth naht er den Frauen und wird von ihnen geliebt und geſucht, da fällt er in die Schlingen frevelhafter Unmenſchen— und er ſchwört blu⸗ tiges, grauſames Wiedervergelten. Er wird das Haupt einer wildverwegenen Räuberſchaar.
Doch hier genug von ſeinen Thaten heißer Rache, ſel⸗ tenen Edelmuthes und feuriger Liebe; man leſe ſie.
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