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Endlich ſchien der Jude ſeine ganze Liebe in ſeinem letzten Blicke zu verſammeln und zog ſich ſodann nach dem Felſenriff des Ufers zurück.
Clotilde ſah, wie er ſich dort auf ſeine Kniee niederließ und noch einen zärtlichen Handkuß nach ihrem Fenſter ſandte.
„Worüber freut er ſich denn ſo ſehr?“ fragte ſie ſich.
Sie war noch unſchuldig genug, daß ſie nicht wußte, wie die Liebe blind ſei, wie ſie ganz und gar nur der Gegenwart angehöre und nur in die⸗ er ihr Glück finde, ohne je auf die Zukunft zu ſchauen. Iſt nicht die Narrheit die Erſte im Ge⸗ folge der Liebe, und bethört nicht jene die letztere, indem ſie dieſelbe mit dem Schalle ihrer Glöckchen übertäubt. So wurde auch Clotilde von den Schellen der Narrheit übertäubt und theilte die Freude des ſchönen Juden, ohne zu begreifen, daß die Worte, welche ſie geſprochen, die Handbewe⸗ gungen, welche ſie gemacht, ein zu zärtliches Ge⸗ fühl verrathen hätten, als daß man in demſelben lediglich Theilnahme oder Mitleid hätte ſuchen können.


