Teil eines Werkes 
3. Band (1862)
Entstehung
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Wilhelmine ſuchte ſich zu faſſen, in das Un⸗ abänderliche ſich zu finden, und alle ihre Seelen⸗ kräfte ſpannten ſich bis zur Ueberreizung an.

Die Vorſtellung begann, und wie ſie auf die Scene trat, kam das ganze Haus in die leben⸗ digſte Bewegung. Beifallruf, Applaus und ein wahrer Blumenregen, mit Lorbeerkränzen unter⸗ miſcht, empfingen ſie. Man hatte alle Gewächs⸗ häuſer geplündert, um Siegestrophäen ihr, der Befreiten, zu Füßen zu legen.—

Doch regungslos ſtand ſie da und beugte ſich zu keiner dieſer Spenden nieder, ſie aufzuheben.

„Wie angegriffen ſieht ſie aus— bleich ſelbſt unter der Schminke“, bemerkten Viele, und neue Theilnahmsbezeugungen wurden ihr; das Orche⸗ ſter mußte jetzt mit einſtimmen— wiederholt wurde dies verlangt, der Spektakel wollte kein Ende nehmen.

Lorenzo, der mit Pauli in der erſten Couliſſe ſtand, ſah in Todesangſt auf die wankende Wil⸗ helmine.

Der Director, um der Sache ein Ende zu, machen, trat jetzt vor, und der Heldin des Tages

einen Lorbeerkranz auf das Haupt ſetzend, führte Stein, Die Braut im Kloſter. III. 12