167 fürchte. Nur meinem Talent will ich den Sieg verdanken, ſonſt nichts, mein Herr, und einen ſol⸗ chen werden auch ſie mir nicht rauben können!“
„Sehen ſie zu, ſie großes Talent, wie weit ſie bei uns damit kommen!“ rief der Beleidigte, und entfernte ſich raſch.
Wilhelmine lachte ihm verächtlich nach.
„Der Einfältige!“
„Du wirſt eine Claque gegen dich haben, das iſt nicht gut,“ ſagte Pauli.
„Wie, ſprachſt du nicht ſelbſt verächtlich von ſolchem Getreibe?“
„Ja ja, ich habe auch nie darauf geachtet, hab's drum aber auch nur zur Dachſtube gebracht. Bei dir ſoll das anders werden, und meine Sorge um dich ernt mir manches wieder, das längſt ver⸗ geſſen war, und was mir, ſo lange wir uns in meiner kleinen Stube nur mit den Dichtern und deinem Talent beſchäftigten, nicht eingefallen iſt. Jetzt aber ſo nah dem Theater und deinem erſten Auftreten, kommt mir's wieder, und das, was mich um meiner ſelbſtwillen nie beängſtigte, will es um deinetwegen thun.— Doch, das iſt eine Schwäche, Kind— eine Altersſchwäche wohl; laß es dich


