Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
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Wlie ſchon halb erlöſt davon, blickte ſie zu dem blauen Himmel auf, als ſie an Lorenzo's Seite, den Alpenſtock in der Hand, die Berge hinanſtieg. Lorenzo hatte für zuverläſſige Führer geſorgt, die zum Zeichen einer gefährlichen Gletſcherfahrt den tiefblauen Flor um die Hüte gewunden hatten, doch luſtig jodelnd die noch gefahrloſen Pfade voranſchritten, gleichſam einen leichtfertigen Gruß zum Abſchied in die grünen Thäler hinabſendend, die immer miniaturartiger unter ihnen lagen. Erſt ging es raſch und leicht die ſchmalen Pfade hinan, von enthuſiaſtiſchen Ausrufen begleitet, und den Erzählungen der Führer gewürzt, die ſich in abentheuerlichen Schilderungen dieſer und jener ähnlichen Fahrt überboten. Auf den Hauptber⸗ gen waren ſie Alle ſchon geweſen, und keiner, der nicht ſein Leben hundertmal eingeſetzt hatte Sie prahlten damit und hielten es dabei für eine unabänderliche Beigabe ihres Lebens; doch ſahen

Stein, Die Braut im Kloſter. I. 13