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Abend-Erheiterungen : kleine Romane, Erzählungen und Schwänke / von Karl Stein
Entstehung
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barn ſchlichen, und haͤufig die Halbſcheid der ih⸗

nen anvertrauten Heerde des Vaters im Wage⸗ ſpiel verloren; ich aber mit Methuſalem lebte untadelhaft. Wir beteten oft gemeinſchaftlich und waren beide fromm, ich hielt mich jedoch noch ſtiller und fiömmer, als er.

Wenn ich die Heerden auf den Berggipfeln weidete, ſang ich heilige Loblieder dem Allvater, deſſen fanftgluͤhendes Auge mit holdem Strahl auf mich nieder ſchauete. So war ich auch als Juͤngling von neunzig Jahren eines Morgens in ſtiller Andacht verſenkt, als Gottes Auge aus

dem fernen Meere liebevoll aufragte. Da ſchweb⸗ te, getragen von purpurnem Lichtſtrahl, ein En⸗ gel zu mir hernieder. Anbetend ſank ich zur Erde. Da redete er zu mir und ſprach: Der Herr ſendet mich zu Dir, ſeinem treuen Knecht, denn Du haſt Gnade gefunden vor ſeinen Au⸗ gen. Beſchloſſen hat der Erhabene in ſeinem Zorn den Untergang der verworfenen Volker die⸗ ſer Zeit, wenn nicht zu Reue und Beſſerung ſie bald ſich wenden. Du wirſt, ſo wills Dein Gott, ſie zu bekehren verſuchen. Makvel ſoll, ſo ſpricht der Herr, den Staub von ſeinen Fuͤßen ſchuͤtteln, die Heerden verlaſſen und durch das Land um⸗ her ziehen, mein heilig Wort zu lehren, die