Teil eines Werkes 
3. Band (1870)
Entstehung
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Du gutes Kind, das lernt der kaum kennen, der von ſeinem Ueberfluß gibt; nur der erwirbt ſich mit ſeinen Almoſen ein wirkliches Verdienſt, der das Letzte theilt, um Unglücklichen zu helfen; was aber bereitet es mir für Unbequemlichkeiten, wenn ich eine Familie unterhalte? Ich liquidire ſo viel mehr für meine Bedürfniſſe.

O glaube mir, wenn meine Liebe noch einer Stei⸗ gerung fähig war, ſo hat Dein menſchenfreundliches Benehmen gegen die Arme dieſe bewirkt. Hörteſt Du wohl, wie ſie Gottes Segen auf uns herabflehte?

Ja, auf mich und die gnädige Frau!

Nun biſt Du wieder ein Schelm.

Wenn Du erſt mein Weibchen biſt, ſollſt Du täglich mit vollen Händen milde Gaben ſpenden.

Dafür werde ich um ſo inniger an Dir hängen. Aber nun, mein Julius, laſſe mich fort, ich muß wirk⸗ lich nach Hauſe, und Du willſt doch auch nicht, daß ich Verdruß bekomme.

Nun ſo gehe, mein ſüßes Leben. Wann darf ich Dich wiederſehen?

Ach ich kann Dir ja keine Vorſchriften machen, Du wirſt am beſten wiſſen, was zu meinem Frieden dient.

Habe Dank für Dein Vertrauen, Steffens, Standesvorurtheile. II.