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Die Liebenden ſahen und hörten nichts mehr von der Welt, ganz vertieft in ihre Seligkeit, mußte der Kuß eine lange Ausdehnung erhalten haben; erſt als eine zürnende Stimme dicht in ihrer Nähe rief:„J ſo wollte ich doch, daß Du lieber an dem erſten Laut er⸗ ſtickt wäreſt, als daß Du hier mit ſo einem Huſaren ſchön thuſt!“ fuhren ſie erſchreckt auseinander.
Es war Frau Liewe, die ihnen leiſen Schrittes ge⸗ naht war, um ſie zu überraſchen. Sie mußte alſo darauf aufmerkſam gemacht ſein, daß Anna mit einem Herrn ſpazieren gehe. Den Grafen erkannte ſie nicht ſogleich, aber als ſie nun mit geballter Fauſt dicht an ihn herantrat, ſah ſie, wen ſie vor ſich hatte.
Doch ſie blieb weit entfernt, ſich dadurch beſchwich⸗ tigen zu laſſen.„Alſo Sie, Herr Graf, mit der un⸗ ſchuldigen Miene ſind es, der darauf ausgeht, ehrſame Bürgertöchter in einen ſchlechten Ruf zu bringen und ihnen die Ehre abzuſchneiden!“ eiferte ſie.„Schämen ſollten Sie ſich, ſo ein vornehmer Herr! Doch warten Sie, ich werde Sie bei dem Commandeur verklagen und Ihr Vater ſoll auch wiſſen, was er für ein Söhnchen hat!“
„Aber, beſte Frau Liewe, ich bitte Sie, beruhigen Sie ſich doch, kommen Sie wenigſtens in das Haus, Sie compromittiren ja ſich und uns alle“ verſuchte Sacco ſich Gehör zu verſchaffen.


