10 Aber mehr als der Anzug ſprach die ganze Geſtalt, jede Bewegung des jungen Mannes für ſeine vornehme Herkunft. Noch in der erſten Jugendblüte ſtehend— er mochte kaum zweiundzwanzig Jahre zählen— über⸗ ragte er die meiſten Männer an körperlicher Größe. Sein ſchlanker, biegſamer Wuchs paßte vortrefflich zu der ſchillernden Uniform und das Anziehende ſeines männlich ſchönen Geſichts vollendete den angenehmen Eindruck, den man in ſeiner Nähe empfand.
„Ah, Herr Graf, Sie müſſen mitſpielen, eben wol⸗
len wir uns eine Torte gewinnen!“ rief Fräulein von Teltow dem Nahenden zu.„Nur noch ein Einſatz fehlt.“
Der Angeredete verbeugte ſich ehrerbietig vor den Damen und erwiderte dann mit einem überaus ge⸗ winnenden Lächeln:„Ich bin glücklich, in ſo lieber Geſellſchaft mein Glück probiren zu ſollen; doch hüten Sie ſich, meine Damen, ich gewinne ſtets!“
Graf Julius Sacco genügte ſeiner einjährigen Militärdienſtpflicht bei dem Huſarenregiment und war vor kurzem, nachdem er acht Monate die Uniform getragen, zum Unteroffizier avancirt. Er hatte bereits die Univerſität beſucht und wollte ſich ſpäter aufs neue den Wiſſenſchaften in die Arme werfen, da er an dem Militärleben keinen Geſchmack fand. Frohſinn
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