Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

A8

etwas Entſetzliches. Sie fuͤhrte ihn zum Sopha zuruck, ſetzte ſich, ohne ihn los zu laſſen und ſchwieg, indem ſie, den Kopf auf den Tiſch gelehnt, vor ſich hin bruͤtete.

Er war in der peinlichſten Verlegenheit, wollte gern jedes Aufſehn vermeiden, und wußte doch nicht, ob er bleiben oder gehen, ſie gewaͤhren laſſen oder nach Huͤlfe eilen ſollte.

Was war es? ſagte ſie nach einer Weile, wie aus einem Traum erwachend. O mein Kopf!

Hab' ich etwas geſagt, Herr Graf? Herr Baron,

wollt' ich ſagen. Glauben Sie es nicht! Ihre Augen ruhten auf ihm mit dem unbeſchreiblichen

Ausdruck tiefer Wehmuth.

Sie ſind krank, gnaͤdige Frau; erlauben Sie, daß ich Jemanden herbeirufe.

Krank! Sehr krank! Hab' ich im Fieber geſprochen? Meine Stirn brennt wie ein gluͤ⸗ hend Eiſen! Der ſchoͤne Kopf ſank matt und ſchwer zuruͤck, ein Jammerbild des Leidens. Ja, fluͤ⸗ ſterte ſie kaum hoͤrbar: Jemanden rufen!

Er ſtuͤrzte an die Klingel. Die Kammerfrau kam, ſchrak zuſammen, ſchrie; das Haus gerieth in einen Aufruhr, unter welchem Erwin fort⸗