Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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offen. Geſtern Abend war es das einzige helle; da drinnen war er geweſen. Er wollte nicht, aber er mußte hineinblicken. Das Bild ihrer Mutter war mit dem wohlbekannten Vorhang ſo tief, ſo tief ver⸗ huͤllt, wie er es noch nie geſehen. Der Anblick er⸗ ſchuͤtterte ſein Gewiſſen. Zugleich traf Valeriens trauriges Auge ſo maͤchtig das ſeinige, daß er es ei⸗ ne Zeitlang nicht wieder aufſchlagen konnte. Sein Zorn war hingeſchmolzen. Aber ſei doch ruhig! flͤſterte die Stimme ſeiner Seele, ich ſchwoͤre dir ja, daß du ruhig ſein kannſt.

Zur Ruͤckkehr des Fuͤrſten nach dem Jagdſchloß lag eine geſchmuͤckte Gondel bereit. Erwin ſtieg mit ſonderbaren Empfindungen an demſelben Platze ein, wo er ſich am vorigen Abend wie der verfolgte Räͤuber eines unſchaͤtzbaren Kleinods flͤchtig in ſei⸗ nen Kahn geſtuͤrzt hatte. Waͤhrend der Ueberfahrt war er ſtumm, in weite Plaͤne verſunken. Vale⸗ riens Trauer ging ihm innig ans Herz, aber ſein eigener Schwur und die ernſthaften Verſprechun⸗ gen des Herrn von Pranken troͤſteten ihn. Zu⸗ voͤrderſt freilich mußte der Geſandſchaftspoſten ins Reine; dann ſogleich die oͤffentliche Bewerbung um die Hand der Geliebten, wobei ihn nichts aufhal⸗