304 treppe vorſpringt, und ſah plotzlich vor mir Thereſen, die, in einen ſchwarz ſeidenen Man⸗ tel gehuͤllt, den Gazeſchleier auf dem Kopfe, die Treppe von der Loge herabgeſtiegen war. Ihre Mutter verkehrte noch auf der Hoͤhe der gewundenen Stiege mit der Logenſchließerin, und fuͤr einige Momente ſah ich wenigſtens die Holde noch allein. Betroffen ſtanden wir einander gegenuͤber. Von der Zeit und meiner Verzweiflung bedraͤngt, brach ich das peinvolle Schweigen, riß Thereſen's weiche warme Hand an meine Lippen, und rief:„Bedauern Sie mich! verachten Sie mich nicht! und vergeben Sie! Wir ſehen uns heut, und nimmer wie⸗ der! Nimmer!“
Von dem aͤußerſt ſchmerzhaften Ausdruck meiner Worte erſchuͤttert, ergriff ſie mit beiden Haͤnden die meinige, druͤckte ſie, und fluͤſterte in Wehmuthsklaͤngen:„Marquard! keine Un⸗ beſonnenheit! Mein Vater... ſprechen Sie offen mit ihm.. ein Ungluͤck iſt ja keine


