vilegium der Kranken, durfte meinen ſogenannten Kaffee auf'm Zimmer trinken, und in aller Ein⸗ ſamkeit den Erinnerungen nachhängen, ſo die Nacht mir hinterlaſſen hatte. Ha, es war kein Traum geweſen, der Geſang, den ich gehört! Und ent⸗ weder war er aus dem Munde eines geſpenſtigen oder eines lebendigen Weiberl gekommen. Da die Sonne in's Zimmer ſchien, wollte ich nicht gern an ein Geſpenſt mehr glauben,... aber woher denn die lebendige Stimme?
Da komme ich in meinen Schmerzen zu einem großen, männlichen Entſchluß. Aut oder Naut, wie mein Freund Friedrich Grauſam ſagt. Ich laſſe die Schelle ſpielen. Nur ein paarmal muß ich das thun. Nicht zehn Minuten ſind vergan⸗ gen, und ſchon ſtreckt einer den Kopf in die Thüre meines Vorgemachs:„Befehlen?“
Ich werde urplötzlich ſtolz, denn mir iſt Heil widerfahren; der Herr von Oberkellner in höchſt⸗ eigenſter Perſon geben mir die Ehre.— Und ich, der ich ſchon zur Anrede den„Stupideſten“ auf der Zunge hatte!!


