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ſinnig geworden war, bei Seite zu thun. Ich dachte, in Dir einen Friedensfürſten auszurufen, aber Du möchteſt einen Herodes, einen Nebucadnezar vorſtellen, und dazu hab' ich meine Hände nicht geboten.“
„Verlange, was Du willſt, und endige einmal das Spiel, das nie auf beſſerem Wege war.“
„Beſinne Dich, Jan. Das Geſetz, das ſo eben von dem Söller des Rathhauſes geſchrieen wird, zerſchlägt Deine thönernen Füße.“
„Nicht doch; es harniſcht mich, greiſer Schwätzer. Es iſt nöthig, eine unausfüllbare Kluft zwiſchen uns und den Heiden zu befeſtigen, daß nicht einer im Volke ſagen möge: Ich war nicht theilhaftig deſſen, was ſich begeben hat. Haben nicht die Lutheriſchen ſelbſt den erſten Schritt gethan? Iſt der Landgraf von Heſſen nicht mit Bewilli⸗ gung der Kirche zweier Weiber Mann? Warum ſollte die wahre Gemeinde Chriſti dem Tyrannen nachſtehen? Die Erde wird jubeln, und unſerem Beiſpiele folgen.“
„Thne, was Du willſt, Bockelſon. Du wirſt ſehen den Zorn des Herrn. Ich beſudle meine Hände nicht mit dem Pfuhle Deiner Sünden, und was ich ſchon ge⸗ than habe, iſt mir leid geworden.“
„Verruchter! Du haſt ein Todesurtheil geſprochen!“
„Schrecke nicht den Siebzigjährigen mit dem Tode; wir ſind nur Schatten und Staub!“— Duſentſchuers Stimme zitterte dennoch bei dieſen Worten.
„Nein, ſage ich, Du ſollſt leben, und zehnfach ſter⸗ ben im Geiſte. Es gilt Deinem Sohne, was ich ſprach.“
In demſelben Augenblicke trat Rynald mit dem We⸗ bergeſellen ein, der bang erbleichte, da er dem zornigen Propheten und dem zitternden Vater gegenüber ſtand.
„Hier iſt Rotger; gedenke Deines Verſprechens!“ ſagte Rynald männlich. Jan Bockelſon entgegnete dringend und gebieteriſch:„Was mir zuſteht, weiß ich; gehorche jetzt, denn das Vaterland ruft, und der Geiſt treibt mich.


