Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Dagobert folgte dem Forſtwart mit Zuverſicht und Muth, und ſtand alſobald vor dem dunkelbraunen Geſellen, deſſen Geſichtszüge die herunterhängenden Haare verbargen. Da jedoch Dagobert die Rede an ihn richtete, da ſtrich der Mann die Haare zurück, und fragte mit wohlbekannter Stimme Kennt Ihr mich nicht mehr, Herr Froſch? Bin ich Euch geworden ganz fremd? Er ſtreckte die Hand dem Stau⸗ nenden entgegen, welcher jedoch betroffen einige Schritte

zurücktrat, und ſchier erſchrocken ausrief:Ben David!

Menſch! biſt Du's, oder äfft mich ein poſſenhafter Zufall mit Deinem Geſichte und Deiner Stimme?Soll mir Gott helfen, als ich's ſelber bin, wie mich geboren hat die Mut⸗ ter; erwiederte Ben David, und griff nach des Jünglings Hand, wie ein Freund nach des Freundes Hand. Aber Dagobert wies die dargebotne Rechte erſchrocken zurück, und fragte dringend und ängſtlich:Menſch! Was willſt Du hier? Du biſt gebannt; zittre vor Deiner Strafe; und fliehe⸗ fliehe, armer Menſch! Dein Geſicht iſt gekommen, um mir den heutigen Abend vollends zu trüben, und kein Glück bringt Dir dieſer Gang!

Weh mir! weh mir! ſeufzte Ben David beklommen, faltete die Hände, und ſah hierauf wehmüthig und beküm⸗ mert in das Geſicht Dagobert's:bin ich gekommen darum⸗ daß ich empfangen werde alſo mit Schmach und Verweis? Iſt das ein Willkomm für der Schwäher, für den Vater Eu⸗ rer Braut?Meiner Braut? fragte Dagobert noch ſtaunender.Hab ich doch laſſen rufen Euch, damit nicht erſchrecke mein Eſtherchen vor meinem langen Bart, und meiner zerlumpten Kleidung, fuhr Ben David fort:Hab ich doch geglaubt zu finden in Euch ein menſchlich Herz;