Pflichten unterworfen iſt, mit Zwang zu einem Daſeyn zu führen, das ich verabſcheue?“
„Ihr Vermögen, Ihres Vaters Erbe, liegt in unſern Händen, unbeſchadet der Anſprüche, die wir noch dereinſt auf Ihr europäiſches Gut zu machen haben dürften;“ lautete die trockene Antwort des Rectors.
Juſtine blickte fragend und durchbohrend den Doctor Münzner an. Dieſer nickte mit dem Haupte und ſagte nie⸗ dergeſchlagen:„So iſt's, beſte Jungfer. Ihr Vater verlobte der heiligen Geſellſchaft ſchriftlich ſein Vermögen; Sie der katholiſchen Kirche und einem beſchauenden Kloſterleben!“—
„O der Tücke, die ihn dazu gebracht!“ verſetzte Juſtine äußerſt heftig:„Geldhunger war die Triebfeder Eurer Hand⸗ lungen? So nehmt es denn hin, das elende Geld! Wo meines Vaters Leiche blieb, bleibe auch ſeine vergaͤngliche Habe! Laſſen Sie mich nur wieder von dannen ziehen um dieſen Preis! Ich will nicht klagen, will nicht murren, will mein Brod vor den Thüren betteln! Nur hinaus aus die⸗ ſem Lande, worinnen mich nicht einmal das Grab meines Vaters zurückhält! Hier ſind noch einige Diamanten! Sie ſollen von Werth ſeyn! Nehmen Sie dieſe letzten Ueberreſte einer Wohlhabenheit hin, die Ihre Brüder vernichteten. Laſſen Sie mich jedoch zur Stunde fort! Hier lebt nicht mein Vater! nicht mein Glauben! Ich ſterbe unter dieſen Menſchen!“
„Arme!“ ſprach Münzner trübe vor ſich hin;„aus des Löwen Höhle führen keine Fußtapfen.“
Der Reector lächelte über die Aufregung Juſtinens, und ſprach mit dem Conſultador ſpaniſch. Dieſer winkte mit der Gravität des Vorgeſetzten dem Pfarrer, und ſagte ihm;


