dieſe Frage an Dich richtet. Doch, ſieh!“ fügte er hinzu: „Die Luft iſt wieder hell geworden. In dieſen gelobten Län⸗ dern reinigt das wohlthätige Gewitter in kurzer Zeit den Luftkreis. Der Abend iſt wieder ſtill und herrlich, und ge⸗ würzig duften alle Blumen und Büſche um uns her. Werde auch Du ruhig, mein Sohn. Ich gehe, unſern ehrwürdigen Wirth auf den Beſuch vorzubereiten, der ihm werden ſoll. Wir erwarten Dich in dem kühlen Vorplatze.“
Münzner entfernte ſich. James kehnte ſich an eine Fenſter⸗ lucke, ſah in den Hof. Der Empfang im Pfarrhauſe ſchien ihm räthſelhaft; ſein Wohlthäter um vieles verändert. Nicht die Züge allein,— die in zehn Monden um ſo viel Jahre älter geworden waren— was eine Folge der Himmelſtrichs⸗ veränderung ſeyn konnte,„ ſein Weſen war anders ge⸗ worden. Nicht mehr jene ruhige Beſtimmtheit, jenes klare Streben, jener einfache Gleichmuth,— Eigenſchaften, die ihn vor vielen ausgezeichnet hatten. eine trübe Strenge, ein tiefſinniges Brüten lag auf Stirne und Schulter des Mannes, daß die Erſtere ſich faltete, wie im Kummer,— daß die Letztere ſich beugte, wie im Joch. James ſah auf zu dem Himmel, der ein anderer und dennoch derſelbe war, wie der, unter dem er geboren; er ſah auf Häuſer und Fel⸗ der, die ſo ganz verſchieden von dem europäiſchen waren, und doch eben nicht anders als dieſe; und mitten unter die⸗ ſen fremdartigen und doch bekannten Dingen und Gegenſtän⸗ den kam er ſich ſo einſam, ſo fremd, ſo unbekannt vorz.. ſo verlaſſen!— Schon flirrte die Dämmerung, früh ein⸗ brechend, um ihn. Ein ſchlankes Mädchen in der einfachen reizvollen Tracht jenes Landes ſchritt durch den Hof, nach dem Luſthäuschen im Garten, das, ſich an den Johannis⸗


