Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
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Ach, Engel Gottes! rief Litzach:wie ſoll ich dan⸗ ken... 2 Aber ich ſoll acht Tage vorher dem FPrincipal aufkündigen, und dann bin ich in ſeiner Schuld⸗ Mein Wochenlohn beträgt zwei Thaler und acht Groſchen ertra, was man gewöhnlich in der Kunſtſprache Rekreation oder Biergeld zu nennen pflegt. Ich habe indeſſen einen Vorſchuß von drei Thalern etlichen Groſchen abzuzahlen,

Mein Jeſus! welch' betrübte Rechnung! ſeufzte der Doctor voll Mitgefühl, und reichte dem Schauſpieler eine Hand voll Geldes:Sagt dem filzigen Director auf: im Augenblicke, und zahlt ihm den Bettel von drei Thalern. Es ſoll nicht geſagt ſeyn, daß ein Zögling der Väter von der Geſellſchaft Jeſu länger in ſolcher Dienſtbarkeit beſtehe. Geht, mein Freund. Ich werde Euch rufen laſſen. Erquickt Eure Kranken und Hungrigen und danket dem Herrn!

Litzach jauchzte:Ja, mein Wohlthäter! Den Herrn und Sie werde ich preiſen, dem Principal ſein Geld und ſeine Kleider vor die Füße werfen, und voll Hoffnung erwarten, was Sie über mich beſchließen. Von dieſem Gelde kann ich mit den Meinen einen Monat lang durchkommen, und mein Glück iſt gemacht!

Wir Menſchen irren ſtets. Wo wir uns ſicher trauen, Sinkt unſer Schiff in Grund. Wenn man's verloren hält, Hat das Verhängniß oft das beſte Glück beſtellt.

So rief er noch mit allem Aufwande ſeiner rhetoriſchen Kunſt, und eilte mit geflügelten Schritten der Bude zu, aus welcher die befriedigten Zuſchauer gerade nach Hauſe ſtröm⸗ ten. Der Doctor fand ſich, da die größte Menge über die Mailbahn zog, in ſeinen Betrachtungen geſtört, uud