Teil eines Werkes 
31. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 2. Band (1834)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

drießt, das treib' ich, und wo man mich nicht haben will, da bleib' ich! Ließ mir nichts an⸗ fechten, die heuchleriſchen Schafspelze ihre Ge⸗ ſichter machen, und mir die Confituren ſchme⸗ cken, die Frau Chriſtiane ungeachtet ihrer Indis⸗ poſition mir alltäglich mit einem hoflichen bon soir zuſchickte. Erſt nach acht Tagen ſah ich ſie 3 wieder unten im Hausgang, und fragte ſie freund⸗ lich:Hat ſich Madame wieder vollkommen re⸗ ſtaurirt? worauf ſie einſylbig verſetzte:Ganz und gar; ich danke dem Herrn fuͤr die guͤtige †p Nachfrage. Somit ging ſie fort, und wir be⸗ gegneten uns drei Tage lang und gruͤßten uns hoͤflich, aber ich konnte ſie nicht zum Stehen bringen, um ihr zu ſagen, wie ungalant ihr Schwager und deſſen Frau ſich gegen mich con⸗ duiſiret. 5

Gegenuͤber dem Hauſe wohnte der Stadtarzt, der mir etliche Male mit Salbenrecepten ausge⸗ bolfen, und nach dem ich mich nicht mehr um⸗ ſah, ſeitdem meine Bleſſur zu heilen angefangen, und ich den ganzen Schmierplunder von Salben