Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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O ja; Friede iſt da, wo jeder Wunſch ent⸗ weder ſich erfullte, oder draußen ſchon ſein Grab fand! erwiederte Marcus mit freundlichem Ni⸗ cken, jedoch nicht phne einen leichten Seufzer.

Adalbert entgegnete aber hierauf mit ernſter Betonung:Du haſt ein weiſes und wahres Wort geſprochen, mein Bruder. In dem ungeſtorten Beſitz Deiner Freundſchaft und erquicklichen Nähe verwirklicht ſich mir das heißeſte Verlangen, und draußen, vor den Mauern dieſer ſichern Burg liegen die Gräber meiner eitlen und thorichten Sehnſucht. An dieſem Tage, der uns unauflos⸗ lich vereint, mag ich Dir nicht verhehlen, was mein Mund ſchon ſo oft dem himmliſchen Vater, ſeinem Sohne und der unbefleckten Koͤnigin des Himmels vertraute, was ich in den Buſen frem⸗ der Prieſter unter dem Siegel der Beichte nieder⸗ gelegt. Du wurdeſt betrogen, wenn Du dem Ge⸗ ruͤcht vollig glaubteſt, welches mich als den un⸗ beſcholtenſten meiner Bruͤder ſo oft bezeichnete. Wer lebt auf der Welt, deſſen Fuß nie ſtrauchelte?

Spinbler's ſämmtl. Veike XRR. Bd. Herbſtviolen 1. 2