Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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die ihr Mund ſich nicht ſcheute, laut zu beken⸗ nen; welch' ſeltenes Schauſpiel innerhalb ſtren⸗ ger Kloſtermauern, wo ſo leicht das Menſchliche abſtirbt, und das Edelſte verſteinert!

Marcus muſterte laͤchelnd und ſorglich, wie eine aufmerkſame Mutter die Brant, das Aeußere des Freundes, richtete und putzte eifrig an dem ſchlichten Gewande deßelben, wie an dem Blu⸗ menkranze auf ſeinem Kopfe, und dem wohlrie⸗ chenden Strauß, der an den linken Aermel der Kutte befeſtigt wurde, und ſagte:Du feierſt ei⸗ gentlich heute Deine Hochzeit mit mir. Wir ha⸗ ben eine lange Brautzeit durchgemacht, mein Lieber, bis die Stunde der Erhoͤrung hereinbrach. Um ſo inniger ſoll von nun an unſer Bund ſeyn, und ſich nicht trennen laſſen, wie auch der Feind es gerne thun moͤchte.

Das ſoll er! verſetzte Adalbert hierauf.Wir Männer in der Reife unſerer Jahre wollen die Schwaͤre der Jugend nicht Luͤgen ſtrafen, und ich bin des Glaubens, daß kein Feind zwiſchen uns zu treten begehren werde. Woher ſollte er