Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 1. Theil (1838)
Entstehung
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Alles ſtill. Auf Lafayettess Ermahnen hatte der allzugute König einer ſtarken Abtheilung der ehemaligen Gardes frangaiſes mehrere der wichtigſten Wachtpoſten eingeräumt, und ſeine getrene Leibwache, mit Ausnahme eines einzigen Schloßhofes in das Innere zurückgezogen. In dem Hotel der Gardes du Corps war große Verſammlung. Ein Theil vom Generalſtaabe der Pariſer Nationalgarde hatte ſich daſelbſt die Gaſtfreundſchaft erbeten, und viele der Edel⸗ leute machten ihm an einer reichbeſetzten Tafel die Honneurs. Im Inſpektionsſaale fanden ſich dagegen alle diejenigen ein, die beſtimmt waren, am früheſten Morgen ihre Kameraden im Schloſſe entweder abzulöſen oder zu verſtärken. Sie ſtanden Alle ernſt und ſtill in einem Kreiſe; der frivole Spott, die leichtſinnige Drohung, waren von ihren Lippen verſchwunden. Das finſtere Auge ſah mit einiger Beklem⸗ mung in die Nacht, die einen blutigen Tag gebären ſollte. Victor war unter den hier Verſammelten. Der Herzog von Guiche, einer der Kapitäns der Leibwache, trat nicht ohne Bewegung in die Mitte ſeiner Untergebenen.Meine Herren, ſagte er:Der Herr Major folgt mir auf dem Fuße, um Ihnen die Befehle Sr. Majeſtät zu überbringen. So wenig ſich dieſelben vielleicht mit Ihren jetzigen An⸗ ſichten und den Erwartungen eines Soldaten zu vereinbaren ſcheinen möchten, ſo brauche ich Sie doch nicht zu erinnern, daß es der König iſt, der dieſe Befehle gab, und daß wir ihm in Allem zu gehorchen geſchworen haben. Der Herzog trat mit ſeinen Lieutenants in eine Ecke des Saals, während ſich die Gardiſten beſtürst anſahen, ohne daß einer gewagt hätte, ſeine Vermuthung dem andern mitzutheilen. Deshuttes allein, der neben Victor auf ſeinem Säbel lehnte, ſagte