— 242—
verlaſſen. Koͤnnen Sie es verſtehen? Mein Mann iſt ſchon um fuͤnf Uhr aus dem Hauſe gegangen, 6 Niemand weiß wohin; Niemand weiß, wann er zuruͤck ſeyn wird. Erklären Sie ſich das? O, Sie haͤtten ihn geſtern beobachten ſollen.1 Wenn er ſonſt mir eine Blume ſchenkte, wie gluͤcklich war ich, wie herzlich er! Und geſtern, als er mir den Kaufbrief von Weiſſenbrunn uͤborreichte... wie ſo anders, wie ſo ſchmeichelnd und declami⸗ rend! Das war nicht Natur, das war erlernte, eingeuͤbte Kunſt. Das reiche Geſchenk belaſiet meine Seele mit Kummer. Das Vergißmeinnicht, das ich in meiner Brieftaſche bewahre— eine Er⸗ inncrung an Leopold's Herzlichkeit von ehedem— wiegt tauſendfaͤltig das Rittergut auf.“
„Wie aber, wenn Sie ſich tänſchten?“ ver⸗„ ſetzte Heckdey warnend;„Da Sie um das Ge⸗ ſchenk bercits wußten, haben Sie es kaͤlter em⸗ pfangen, und glaubten in dem Geber Kaͤlte und Zwang zu entdecken? Hft ſchreibt man den eig⸗ nen Fehler einem Andern zu“5 Eugenie ſchuttelte unglaͤnbig das Haupt. Cã⸗


