Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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fage ihrer Magd war ſie um Mitternacht in den Gar⸗ ten gegangen und bis jetzt nicht wiedergekehrt. Ihre ſo ſchnelle Flucht beſtätigte ihr Verbrechen und mehrte des Alten Zorn über eine ſo buhleriſche Dirne. Er befahl den Knechten, daß ſie Thierſteins Körper an irgend einer einſamen Stätte verſcharren ſollten, weil ſolch ein Bube kein ehrliches Begräbniß verdiene. Die Knechte kehrten bald zurück und meldeten ihrem Herrn, daß ſie zwar den bezeichneten Ort, auf dieſem vieles Blut, aber nirgends Thierſteins Körper gefunden hät⸗ ten. Vergebens mengte er ſich jetzt ſelbſt unter die Suchenden, vergebens forſchte er unter allen Burg⸗ bewohnern: ob keiner den todten Körper weggetragen habe? Nirgends fand man ihn, und alle verſicherten, daß ſie ihn nicht geſehen, nicht weggetragen hätten. Er wollte eben über dieſe ſeltne Begebenheit mit ſei⸗ nem Sohne ſprechen, als die Diener deſſelben ihm meldeten, daß er ſchon mit Tagesanbruch in voller Rüſtung ausgeritten ſey. Ich hätte, ſprach nun der 6Vater, vorſichtiger ſeyn, hätte mirs denken ſollen, daß der wilde Bube ſeine Treuloſe ſuchen und Rache an ihr nehmen wird. Kann jetzt ſeine Rückkehr in Ge⸗ duld erwarten, und mit der Vorſtellung den Gefah⸗ ren, in welche ſeine Wuth ihn ſtürzen wird, mein väterliches Herz weidlich quälen! Muß nur vorbeu⸗ gen, daß Adelheid nicht ähnliche Streiche beginnt! Er ging nun zu ſeiner Tochter, welche noch immer jam⸗ mernd auf ihrem Lager lag, und vön dem Vater ih⸗ ren Karl oder den Schleier forderte. Indeß der Vater ſie vergebens zu tröſten bemüht war, wollen wir dem Pfade des armen Friedrichs nachfolgen. Klarens Untreue hatte alle Freude, alle Hoffnung, alle Ausſicht auf beſſere Tage in dem Her⸗ zen des guten Jünglings vernichtet. Ihm ſchien's un⸗ möglich länger an einem Orte zu verweilen, wo je