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Ultimo : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
[Giessen] [2025]
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ödes monatelanges Schweigen, durch einen Brief, in dem jedes höfliche Wort eine Beleidigung war und immer noch harren, dulden; thun, als ver⸗ ſtände man es nicht, als verſtände man nichts, als ſei man blind und taub und fühllos, wie ein Stock, ein Stein

Nein, nein, ſtöhnte ſie: er ſoll ja frei ſein; er ſoll nicht wieder in die Lage kommen, ſo unedel ſein zu müſſen; er ſoll wieder er ſelbſt ſein dürfen, frei von dem Alp, von dem Geſpenſt, frei von mir

Sie riß ſich empor und eilte an des Vaters Pult, an welchem ſie auch ſonſt wohl ihre Briefe zu ſchreiben gewohnt war. Als ſie aus dem Fache, wo das Briefpapier lag, einen Bogen nahm, flat⸗ terte ihr ein beſchriebener Zettel entgegen, den der Vater nur aus Verſehen dorthin gelegt haben konnte. Es war ſeine Hand und ſie ſah es mit dem erſten Blick ein Denkzettel, wie er ihn ſich vor jeder Reiſe zu ſchreiben pflegte. Er würde das Blatt ſehr vermiſſen, der alte Mann, obgleich es nur eine ſeiner Grillen und ſein Gedächtniß noch ganz vorzüglich war. Bielleicht konnte ſie es mit dem Elf⸗Uhr⸗Zuge nachſenden, ſo hätte er es wenig⸗

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