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Die schönen Amerikanerinnen : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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einem dritten Herrn, auf den ich gleich zu ſprechen kommen werde, zweifeln konnte, um ſo weniger, als eine ſofort bei T. Grauröder angeſtellte Recherche ergab, daß ein Mr. Cunnigsby, zum wenigſten in den Büchern von T. Grauröder, nicht exiſtirte. Ich machte mich alſo heute Morgen mit dem Frühzuge in Begleitung jenes Herrn, in welchem ich Ihnen den Polizei⸗ wachtmeiſter Hockelheim vorzuſtellen mir erlaube, auf den Weg und ſchätze mich glücklich, meinen Gaſtfreund aus Berlin in einer ſo angenehmen Lage wiedergefunden zu haben.

Der ſchwarze Herr nahm hier ſeine Brille ab, rieb, wäh⸗ rend er uns freundlich anlächelte, die Gläſer, ſetzte die Brille wieder auf und blickte dann, plötzlich ein ſehr ernſtes Geſicht machend, auf Mr. Cunnigsby, als erwarte er, daß dieſer Herr ſich demnächſt äußern werde.

Der Amerikaner hatte während der langen Auseinander⸗ ſetzung des ſchwarzen Herrn ruhig dageſtanden, den Hut immer noch auf dem Kopfe, die Finger der rechten Hand in ſeinem bis oben zugeknöpften Paletot, die buſchigen Brauen ſo feſt zuſammengezogen, den Mund in ſo energiſche Falten gelegt, daß Herr Bergfeld(wie er mir ebenfalls hernach mittheilte) noch in dieſem Augenblicke geſchworen haben würde, das Ganze beruhe auf einer heilloſen Verwechſelung der Perſonen, und wir Andern wenigſtens nicht wußten, was wir denken und glauben ſollten. Mit Ausnahme von Mrs. Cunnigsby, die ihr fettes Geſicht in die fetten Hände gedrückt hatte, waren unſer Aller Augen auf den ſo arger Dinge Angeklagten ge⸗ richtet, der jetzt die rechte Hand aus dem Rocke nahm, eine wegwerfende Bewegung machte und im wegwerfendſten Tone und ſeinem gebrochenſten Deutſch ſagte: Well! dies mag ſein oder es mag auch nicht ſein; aber ich habe die Ehre zu ſein ein amerikaniſcher Bürger und Gentleman; und als Gentleman zu Gentlemen fordre ich Sie jetzt zum letzten Male auf, zu verlaſſen dieſes Zimmer, welches iſt mein Zimmer. Was dieſen Herrn hier angeht, der die hilfloſe Lage eines Fremden aus⸗ zubeuten gedenkt, ſo iſt er ein Schwindler und Lügner, upon my word and honour, a swindler and liar, der mir ſchuldet