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Die schönen Amerikanerinnen : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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hier geweſen. Laß uns heute noch unſere Sachen packen; komm zu uns! meine Frau wird mit ſanfterem Wort, als ich es ver⸗ mag, Deine Wunden pflegen. Oder laß uns zuſammen durch die Berge ziehen, die Wandertaſche um die Schultern, den Stab in der Hand. Mit jeder Meile, die wir durchmeſſen, wird Dein Blut leichter fließen, und eines ſchönen Morgens, wenn Du aufwachſt, wirſt Du Dir die Augen reiben und ſprechen: Gott ſei Dank! es war ein böſer Traum.

Nein, nein! rief Egbert; ich kann nicht fort; ich habe es ſchon, ich weiß nicht wie oft, verfucht; aber ich kann nicht.

Der Menſch kann, was er ſoll, und, wenn er ſagt: ich kann nicht, ſo will er nicht.

Egbert hatte nicht mehr gehört, was ich ſagte. Er hatte ſich an der Wegſeite in das Haidekraut geworfen; die Thränen ſtürzten ihm aus den Augen, er war außer ſich.

Ich wußte nicht mehr, was ich ſagen ſollte. Daß die Leidenſchaft ſo tiefe Wurzeln bei ihm geſchlagen, hatte ich nicht geglaubt; ich hatte nicht bedacht, daß Egbert einer von den ganzen Menſchen war, die noch einer ganzen, vollen Leiden⸗ ſchaft fähig ſind, eines von den guten Kindern, die nie mit dem Feuer geſpielt haben, und, wenn es ſie nun erfaßt, ſich nicht zu rathen und zu helfen wiſſen. Dieſes Liebesfeuer, das ſah ich nun wohl, war mit ein paar Worten nicht auszublaſen; man mußte es ausraſen laſſen und von der kräftigen Natur des Kranken die Geneſung hoffen.

So ſetzte ich mich denn zu ihm in's Haidekraut, und es gelang mir nach einiger Zeit, ihn wenigſtens ſo weit zu be⸗ ruhigen, daß er ſich eine neue Cigarre anzünden und mit mir vernünftig überlegen konnte, was denn nun, wenn einmal da⸗ geblieben werden mußte und ſollte, demnächſt für Schritte zu thun ſeien, dem Feinde näher zu kommen, oder ſonſt einen Vor⸗ theil abzugewinnen. Ich erzählte Egbert ausführlich, wie man mich empfangen, was der Jaguar mit mir geſprochen, und wie ich den Eindruck empfangen habe, als ob man ſich in der That für zu gut halte, mit einem gewöhnlichen, d. h. voraus⸗ ſichtlich weder reichen, noch vornehmen Menſchen zu verkehren.