Teil eines Werkes 
12. Band, Durch Nacht zum Licht : (Fortsetzung von: Problematische Naturen) : 3. Band (1867)
Entstehung
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Im Verlage von Otto Janke in Berlin iſt erſchienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:

William Hogarth.

Roman von

A. E. Brachvogel. (Verf. desNareiß. ²) 3 Bde. Geh. 4 Thlr. 15 Sgr.

Der ſo allgemein beliebte Dichter hat in dieſem neuen Werke ſeiner Feder ein Kunſtgebilde geſchaffen, das ſeine übrigen hiſtoriſchen Romane weder an Fülle des geſchichtlichen Stoffs, Reichhaltigkeit und Spannung dramatiſch be⸗ lebter Handlung, noch an der Gröſte und hinreißenden Gewalt der Situationen irgendwie nachſteht. Brachvogel führt uns, ähnlich wie bei Friedemann Bach, in William Hogarth dem Shakeſpeare der Palette eine leidende, ringende, ſiegende und im Siege erſchütterte Künſtlernatur vor's Ange, die meiſt tragiſch bewegt, nur in kontemplativen Momenten ſeinen genialen Pinſel in die reichen Farben der Lebensironie taucht, eine Künſtlernatur, in der ſich ſowohl das unſterbliche Genie aus der Leidenſchaft gebiert, als auch die Unendlichkeit und zugleich Endlichkeit alles Kunſtſchaffens hienieden bewahrheitet. Hogarth ſteht vor uns als der urſprüngliche, wahre Menſch, der ſich in allen Lagen des Daſeins, ja ſelbſt im Irrthum köſtlich bewährt, deſſen ſchlimmſte Fehler ſtets die innere ſittliche Liebenswürdigkeit leuchtend bewahren, der lebendige Sohn ſeiner Zeit, aber ragend in alle Zeiten! Jeder Band des Werkes hat ſeine eigenen Vorzüge. Der erſte Band macht uns mit dem blendend reichen Coſtüme des Hofes Georg Il. vertraut; wir lernen die politiſchen Verwicke⸗ lungen der Zeit, die glühenden Parteiconflicte der Häuſer Stuart und Han⸗ nover, die conſpirationsluſtige Geſellſchaft, die Anhänger Walpole's, Hogarths 3 kennen den Letztern ſehen wir noch in den traditionellen Anfängen der Lehr⸗ jahre befangen. Im 2. Band tritt uns der Hof Georgs II., Bolingbroke und das Parlament entgegen. Der 3. Band führt Hogarth in ſeiner Blüthe vor, Hogarth, den feinen Kenner und Zeichner der engliſchen Geſellſchaftszuſtände, welcher mit der Mythologie brach, um in ſtreng moraliſtrender Weiſe im Geiſte Popes, Swifts neben den Dichtern und Schriftſtellern auch als bildender Künſt⸗ ler ſeine Zeit, ihre Vorzüge und Laſter weltgerichtlich darzuſtellen. Der Roman genügt ſomit nach allen Seiten; Sprache und Darſtellung verleugnen den Dichter nicht, der die Kunſt verſteht, dem Leſer Theilnahme für die Perſonen und Zuſtände, die er vor ihm werden läßt, einzuflößen und wie Wenige Cultur⸗ Romane zu ſchreiben. Der Humor und bie Satyre, die Hogarth auszeichnet, finden in dem Schriftſteller, welcher dieſen Künſtler der deutſchen Leſewelt wieder vorgeführt, gleichfalls einen treuen Wiederhall.