Teil eines Werkes 
12. Band, Durch Nacht zum Licht : (Fortsetzung von: Problematische Naturen) : 3. Band (1867)
Entstehung
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154 Durch Nacht zum Licht.

der Barricade ſeine Truppe Halt machen und ritt bis auf wenige Schritte heran. Es war ein alter grauhaariger Mann mit einem gutmüthigen Geſicht, dem offenbar bei Erfüllung ſeiner blutigen Pflicht nicht ſonderlich wohl war. Seine Stimme klang hohl und zitterte ein wenig, als er jetzt, ſo laut er vermochte, rief:

„Ihr da! ich muß hier mit meine Leute durch, und wenn Ihr das Dings, das Ihr da gebaut habt, nicht gutwillig wegräumt, ſo muß ich von die Schußwaffe Gebrauch machen. Das ſollte mich Eurethalben leid thun!“

Oldenburg trat auf die Barricade.

„Im Namen der Männer hier;“ ſagte er, ſeinen Hut höflich gegen den Major lüftend;„erkläre ich Ihnen, daß wir entſchloſſen ſind, Einer für Alle und Alle für Einen zu ſtehen und die Barricade zu halten, ſo lange es uns möglich iſt.“

Oldenburg's Erſcheinung und ſeine Rede imponirten dem alten Krieger ſichtlich.

„Sie ſind der Anführer von die Leute?“

„Ich habe die Ehre.“

„Sie ſcheinen ein verſtändiger Mann. Da müſſen Sie doch ein⸗ ſehen, daß das Dings da nicht lange halten kann und daß Ihr mit Eure paar Schüſſe nicht weit kommen werdet. Reißt das Ding run⸗ ter und die Sache iſt gut.“

„Es thut mir leid, Ihnen dieſen Gefallen nicht thun zu können und meine erſte Entſcheidung wiederholen zu müſſen.“

„Nun denn,“ rief der alte Mann mehr verdrießlich als zornig, „ſo ſoll Euch Alle der Deibel holen!“

Mit dieſen Worten warf er ſein Pferd herum und galoppirte zu ſeiner Truppe zurück.

Oldenburg war froh, daß die Unterredung zu Ende war. Sein ſchneller Blick hatte ihm gezeigt, daß das gütige Zureden des Majors ſeinen Einfluß auf die Menge nicht verfehlt hatte und daß mehr als Einer unentſchloſſen und zaghaft dreinſchaute. In einer Volksmenge verraucht der größte Enthuſiasmus ſo ſchnell. Er wandte ſich um und rief:

„Iſt Einer unter Ihnen, der es füßer findet, für das Vaterland