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Erſter Band.
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Gebeinen meines Roller, ſchlägt der Blitz meines Zorns in Deinen kahlen Schädel! Und nun kommen Sie, Pottore mio, und erzählen Sie mir von Ihren Irrfahrten. Oder erzählen Sie mir das auch ein ander Mal und ſagen Sie mir zuvörderſt, denn das intereſſirt
mich vor allem, ob die Fama nicht gelogen hat, die von den letzten Scenen des Trauer⸗, Schau⸗ und Luſtſpiels Ihres Grenwitzer Lebens ſo pudelnärriſche Dinge in die Welt auspoſaunt hat?“
„Ehe ich dieſe Frage beantworten kann,“ ſagte Oswald, den die Auſtern, der Wein, Timm's Geſellſchaft und die ganze Atmoſphäre nach und nach in eine behaglichere Stimmung verſetzten,„muß ich vor Allem wiſſen, was denn die Fama berichtet hat?“
„Wollen Sie es wirklich wiſſen?“
„Ohne Zweifel.“
„Nun, es courſiren zwei verſchiedene Lesarten. Sie müſſen mir aber nicht bös werden, Stein, wenn ich, ohne es zu wollen und zu wiſſen, irgend einen wunden Fleck in Ihrem Herzen berühre.“
„Aber, Timm, halten Sie mich denn für ein Kind?“
„In gewiſſer Hinſicht ſind und bleiben alle Menſchen Kinder, Dottore, und Sie werden keine Ausnahme von der Regel machen. Was unſerer Selbſtliebe ſchmeichelt, geht uns ſo glatt herunter, wie eine fette Auſter; was unſere Eitelkeit verletzt, ſchmeckt uns wie Wer⸗ muth und Chinarinde. Eh bien! Die Einen ſagen, Sie hätten eine Liebſchaft zwiſchen Bruno— jammerſchade nebenbei, daß der arme Junge ſo früh hat in's Gras beißen müſſen— und Fräulein Helene begünſtigt, ſeien deswegen mit Felix, der Sie im Namen der Eltern darob zur Rede geſtellt, in einen Wortwechſel gerathen, bei dem Ihr Beide handgreiflich geworden wäret, ſo handgreiflich, daß Felix in dem Bemühen, Sie an die Luft zu ſetzen, ausgeglitten ſei und ſich den rechten Arm— Andere ſagen den linken— einmal— Andere ſagen zweimal— gebrochen habe.“
„Der verdammte Schurke!“ murmelte Oswald durch die Zähne, heftig eine leere Auſternſchale zu den andern werfend.
„Sagte ich Ihnen nicht, daß es Sie ärgern würde, Dottore? Hier, ſein Sie einmal kein Kind und ſpülen Sie Ihren Aerger mit dieſem famoſen Sect hinunter. Die andre Lesart iſt nicht ganz ſo bitter.“
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