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216 Die von Hoheſſtein
Taille faßte und an dem Gitter vorüber hinter die hohe Park⸗ mauer zog.
„Muth, Muth, mein Kind!“ murmelte der alte Manu,„denke an Deine Kinder!— faſſe Dich!“
„Ich bin gefaßt!“ ſagte die Dame, indem ſie ſich mit einem plötzlichen Entſchluß in die Höhe richtete;„jetzt bin ich gefaßt. Komm,
„Ich glaube, es gingen eben Leute an dem Gitter vorüber,“ ſagte Münzer, Antonien mit ſanfter Gewalt von ſich drängend.
„Bilder Deiner Phantaſie, Du Mann der Tränme!“ ſagte An⸗ tonie übermüthig;„träume, ſo viel Du willſt, und küſſe mich, ſo viel ich will— dann kann ſich Keiner von uns beklagen.“
Da ertönte raſcher Hufſchlag durch den Park und gleich darauf bog ein Reiter aus einem Seitenweg in die Allee, und kam, als er die Beiden in der Tiefe der Allee erblickt hatte, im Galopp heran⸗ geſprengt.
„Es iſt Wolfgang,“ ſagte Münzer,„was kann er wollen? Er bringt eine Unglücksbotſchaft.“
Wolfgang winkte ſchon aus der Ferne mit der Hand; parirte dann, als er heran war, ſein Pferd.
„Was giebt's?“ riefen Antonie und Münzer, wie aus einem Munde.
„Nicht viel Gutes;“ erwiderte Wolfgang, ihnen vom Sattel aus die Hand reichend;— ein Glück, daß ich Euch ſo ſchnell gefunden habe! Vor einer Stunde brachte mir ein Mann, der ſich Cajus nannte, einen Zettel von Degenfeld. Hier iſt der Zettel.„Lieber W., vertrauen Sie dem Ueberbringer dieſes und überlegen Sie mit ihm, was zu thun iſt.“ Der Mann Cajus erzählte mir darauf, daß De⸗ genfeld, bei dem er ſeit einigen Tagen in Dienſt ſtehe, dieſen Augen⸗ blick verhaftet ſei, daß ihm— dem Cajus— einer der Polizeidiener, der von früher her ſein guter Freund, zugeraunt habe: auch der Herr aus Mainſtadt ſei vor einer halben Stunde in ſeinem Hotel ver⸗ haftet; demnächſt werde Dich, Münzer, die Reihe treffen. Du ſeieſt indeſſen ſchon heute Morgen nach Rheineck gefahren, und müßteſt Nachricht haben, damit Du nicht in die Falle zurücktämeſt. Wie Dir
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