Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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Erſtes Capitel.

Herr von Willamowsky, ich finde, Sie ſind heute noch geiſt⸗ reicher, als ſonſt.

Finden Sie wirklich? ſagte der junge Officier, mit einem zärt⸗ lichen Blick ſeiner matten Augen auf den Gegenſtand ſeiner Huldigung.

Gewiß! ſo ſehr, daß ich mich heute für eine ſo ſpirituelle Con⸗ verſation in der That zu dumm fühle. Ueberdies hat die Mama nach mir geſchickt. Entſchuldigen Sie mich daher!

Camilla ſtand von dem Platze am Fenſter, wo ſie mit einer Perlenſtickerei ſo eifrig beſchäftigt geweſen war, daß ſie kaum auf das harmloſe Geſpräch des Dragonerlieutenants mit ihrer Schweſter ge⸗ hört zu haben ſchien, auf, rauſchte an jenem, ohne ihn weiter eines Blickes zu würdigen, ſo nahe vorüber, daß ihr ſeidenes Gewand ſeine ſpitzen Kniee ſtreifte und war im nächſten Augenblick in der hohen Flügelthür, die aus dem Empfangs⸗Salon in das Zimmer der Präſi⸗ dentin führte, verſchwunden.

Aber, mon Dien, was bedeutet denn das! ſagte Herr von Willamowsky nach einer kleinen Pauſe, während welcher ſich Aureliens ſchwarze Augen an ſeiner beſtürzten Miene ſattſam geweidet hatten, um Himmelswillen, Fräulein Aurelie, lachen Sie nicht, und ſagen Sie mir: was das heißen ſoll.

Fr. Spielhagen's Werke. vII. 1