Teil eines Werkes 
3. Band, Problematische Naturen : Roman : 3. Band (1866)
Entstehung
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Dritter Band. 45

lich nichts mehr für Sie. Ich machte Ihnen früher das Compliment, Sie hätten eine frappante Aehnlichkeit mit Byron; aber jetzt ſehen Sie wenigſtens wie Byron's Vater aus. Und dann— Sie waren niemals durch Fülle ausgezeichnet, jetzt ſind Sie wirklich auf ein Minimum reducirt.“.

„Je ſchlanker, deſto eleganter,“ meinte Felir;„und übrigens kommt das wieder; ich wurde in der letzten Zeit von meinem Doctor etwas knapp gehalten.“

„Das alte Leiden?“

„Nun wenigſtens eine neue Auflage.“

„Vermehrt und verbeſſert?“

„Es ging noch; aber damit iſt es jetzt vorbei. Wir ſind ſolid geworden; wir werden Uns zur Ruhe ſetzen— wie finden Sie dieſe Beinkleider? iſt es nicht eine geiſtreiche Combination des militairiſchen und des Civilſchnitts? ganz meine Erfindung!— wir werden hei⸗ rathen—“

„Das ſollten Sie bleiben laſſen, Baron!“

„Weshalb?“

„Wenigſtens ſollten Sie eine ältere, verſtändige Dame heirathen.“

„Weshalb?“

„Weil Sie, fürchte ich, über kurz oder lang doch einer mütter⸗ lichen Freundin bedürftiger ſein werden, als einer anſpruchsvollen jungen Gemahlin.“

„Pah, mon cher, ich habe die Ehre aus einer Familie zu ſtammen, in der man ungeſtraft liederlich ſein darf. Ein bischen Rheumatismus— das iſt das Aeußerſte. Was ſagen Sie zu die⸗ ſem Rock?

„Gar nichts; Sie wiſſen, ich war nie ein Kenner in dieſen Dingen.“

„Freilich, Sie waren ſtets das unſaubere Gefäß, in welches ſich die Schale des Zorns unſeres guten Obriſten leerte. Wiſſen Sie, daß ſich der arme Teufel erſchoſſen hat?“.

„Nein, weshalb?“

„Die Einen ſagen, Schulden halber; die Andern, weil er die Schande nicht hat überleben wollen, daß bei der letzten großen Parade