Problematiſche Naturen.
als ſchließlich auf die Gaſtfreundſchaft des Herrn von Barnewitz an⸗ gewieſen zu ſein. Da kam der Baron Oldenburg aus dem Neben⸗ zimmer und ſchien Jemand mit den Augen zu fuchen. Sobald er Oswald bemerkte, lenkte er ſeine Schritte auf dieſen zu.
„Wie iſt es, Herr Doctor,“ ſagte er,„ich dächte, es wäre Zeit, nun
„Ich wäre ſchon auf und davon,“ antwortete Oswald,„nur fehlt es mir vorläufig noch an Roß und Wagen; ich vermuthe, daß des Barons Kutſcher und Pferde, die mich abholen ſollen, unterwegs ein⸗ geſchlafen ſind.“
„Ich mache mir ein beſonderes Vergnügen daraus, Ihnen einen Platz in meinem Wagen anzubieten,“ ſagte der Baron.„Der kleine Umweg, den ich machen muß, um Sie vor dem Thore in Grenwitz abzuſetzen, wird mir durch das Vergnügen Ihrer Geſellſchaft doppelt und dreifach entſchädigt.“
„Ich nehme Ihr freundliches Anerbieten mit Dank an.“
„Eh bien, partons!“
Auf dem Flure trafen ſie Herrn von Barnewitz, der augen⸗ ſcheinlich ſeinen Pflichten als Wirth nur noch mit der größten Mühe nachkam. Seine Augen waren blutunterlaufen, ſeine Stimme war auf eine unangenehme Weiſe rauh und heiſer. Er ſchwatzte allerlei tolles Zeug durcheinander, während er den einzelnen Gäſten, die er bis an den Wagen begleitete, eine höfliche Phraſe mit auf den Weg zu geben bemüht war.„Wollen ſchon fort— na bleiben Sie gut nach Hauſe — Johann! Deinen Wagen für Frau von Poggendorf— gnädige Frau müſſen noch einen Augenblick anſpannen laſſen. Empfehle mich Ihrem Herrn Gemahl! Ah! Poggendorf, alter Junge, hatte Dich gar nicht
geſehen, laß Deine Frau in Teufels Namen allein fahren, wollen
Glas Champagner— Oldenburg, Doetor, auch ſchon fort?— Un⸗ ſinn! freue mich Ihre Bekanntſchaft zu machen— ſchießen wie der Teufel— iſt recht, daß Sie den Cloten blamirt haben— iſt ganz recht; biſt ein famoſer Kerl, Doctor,(zärtliche Umarmung), biſt mein Herzensfreund,(Schluchzen), mein beſter Freund,(neue Umarmung), hätteſt ihn todtſchießen ſollen, den Hallunken.“
„Komm, Barnewitz, ich habe Dir etwas mitzutheilen,“ ſagte der


