Erſter Band.
Erſter Band.
ſogar vor mir auf den Knien. Ich blieb feſt, wie der Koloß Mem⸗ nons. Da ſprang ſie empor, und ſich bewaffnend mit dem ganzen Stolze Englands, die Hand zum ſternengeſchmückten Himmel erhebend, rief ſie:„Sir, either Von eut off your beard, or I must cut Jour acquaintance.“
„Then, cut my acquaintancel“ ſagte ich.
„Famos,“ ſagte von Cloten;„was ſagte ſie?“
„Mein lieber Herr,“ ſagte ſie,„Sie ſcheren ſich entweder den Bart, oder Sie ſchereu ſich zum Teufel.“ 5
„Verdammt; und Sie?“
„Ich ſagte: Fräulein, ich habe geſchworen, daß ich das Weib verachten und mit dem Mann auf Leben und Tod kämpfen will, der mir mit Worten oder in Wirklichkeit an meinem Bart zupft.“
„Merkwürdig; das Alles ſagten Sie in den drei Worten?“
„Ja, die engliſche Sprache, wiſſen Sie, iſt wunderbar kurz. Apropos, wer iſt denn der junge Mann, mit dem Sie vorhin ſprachen, er ſteht jetzt dort an der Thür zum andern Zimmer mit dem alten Grenwitz.“
„Ja, rathen Sie einmal!“
„Wie kann ich das rathen? Ich vermuthe, daß es Felix von Grenwitz, ſein Neffe, iſt.“
„So dachte auch ich. Und nun denken Sie, cher Baron, der Menſch iſt ein Bürgerlicher, heißt Stein, Doctor Stein, glaube ich, und iſt, nun rathen Sie einmal!“
„Nach dem Entſetzen, das ſich in Ihren Zügen malt, zu ſchließen, vermuthe ich, daß der junge Mann der Scharfrichter von Ber⸗ gen iſt.“
„Scharfrichter! Quelle idée! Welch' ſonderbare Einfälle Frau von Berkow und Sie immer haben. Nein— Hauslehrer bei Gren⸗ witz— iſt das nicht wunderbar?“
„Ich kann nicht beſonders Wunderbares in der Sache finden. Es muß auch Hauslehrer geben, wie es Arbeiter in den Arſenik⸗ gruben geben muß, obgleich ich für mein Theil weder das Eine noch das Andere ſein möchte.“
„Aber der Menſch ſieht beinahe genteel aus?“
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