Druckschrift 
Taschenbuch der allgemeinen Weltgeschichte / von Philipp Späth, königl. württembergischen Ober-Finanzrath
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2 Einleitung.

tens iſt der Verluſt ſeiner Selbſtſtaͤndigkeit, ſeiner Unter⸗ iochung von den Perſern, um das Jahr 526 vor Chr. G. unter Darius I. Hyſtapis Die alte Perſiſche Ge⸗ ſchite hat zwei hiſtyriſch gewiſſe, chronologiſch beſtimm⸗ te Epochen, nämlich: die, der Errichtung ihrer Mo⸗ narchie durch Cyrus um das Jahr 536 vor Chr. G. und die ihres Untergangs mittelſt der Eroberung durch Alexander den Großen 331. vor Chriſti Geburt

In einem der Werke des Ptolemaͤus findet ſich ein

Verzeichniß von Koͤnigen und Kaiſern, eine Regenten⸗

Cafel(navov Baotetwv).

Bei den Namen dieſer Konige und Kaiſer ſtehen zwei Zahlenreihen, wodurch die Regierungs⸗Jahre ei⸗ nes jeden, und dann die Jahre der Regierungs Zeit ſeines Vorgaͤngers angedeutet ſind. Der erſte der Bäby⸗ loniſchen Koͤnige, mit velchem die Tafel anfängt, iſt Nabonaſſar, welcher 14 Jahr regiert hat. Die aſtrono⸗ miſchen Chronologen haben ausgerechnet, daß ſein Regie⸗ rungs⸗Antritt in das Jahr 747. dor Chr. G. gefallen iſt. Jenes Regenten⸗Verzeichnis, welches man gewoͤhnlich den Kanon des Ptolemaͤus nennt, iſt fuͤr die alte Chrono⸗ logie ſehr merkwuͤrdig geworden. Es hat den Forſchern zum ſichern Lettfaden gedient, um aus allen den Ver⸗ wirrungen und Dunkelheiten ſich herauszufinden, die da⸗ durch entſtanden waren, daß die alten Hiſtoriker ſich ſo ganz verſchiedener Methoden, die Zeiten zu berechnen, bedienten.

Von den Griechen iſt bekannt, daß ſie lange keine andere Zeitrechnung hatten, als die drei Generationen, Großvater, Vater und Sohn. Pherecydes und Kadmus von Milet, die beiden aͤlteſten Geſchichtſchreiber der Grie⸗ chen, die ungefaͤhr 500 Jahre vor Chr. G. gelebt, ſollen die Zeiten der Begebenßeiten nach der Geſchichts⸗ folhe berühmter Familien angegeben haben. Auch Herodot rechnet ſo.Die Koͤnigin Semiramis, ſagt er, habe gelebt fuͤnf Generationen vor der Königin Nitoris. Dem Grundſatze des Herodots zufolge, gaben die Griechen