Teil eines Werkes 
1. Band, Roderich Random : Roman : 1. Band (1839) The adventures of Roderick Random
Entstehung
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Einige Zeit darauf berief der Conſtabel Jackſon in ein anders Zimmer, und ſprach zu ihm folgendes.

Ich ſehe, daß Ihr und eure Genoſſen gredt ſind, und bin ſehr bekümmert darüber, daß ihr euch in ſolch einen ſchlechten Handel verwickeltet. Ich kenne dieſe Frauensperſon ſchon ſehr lange; ſie hielt ſeit vielen Jahren ein berüchtigtes Haus hier in der Nachbarſchaft, und, obwohl ſchon öfters wegen verübten Unrechts verklagt, entgeht ſie doch immer der Strafe, weil das Intereſſe der Richter dabei betheiligt iſt, welchen ſie und ihre ganze Sipp⸗ ſchaft alle Vierteljahre Schirmgeld bezahlen. Da zuerſt ſie mir euch übergab, ſo würde ihre Klage auch den Vorrang vor der euerigen haben; und ſie kann Zeugen zum Eide beibringen, ſo oft ſie will, ſo daß, woſern ihr nicht vor kommendem Morgen die Sache beilegt, ihr nebſt euren Gefährten euch noch glücklich ſchätzen dürſt, wenn ihr mit einem Monat Zwangsarbeit in Bridewell da⸗ von kommt. Ja, ſollte ſie wegen Räuberei oder eines Angriffs gegen euch einen Eid ablegen, ſo wird man euch nach Newgate ſchicken, und in den nächſten Sitzungen der Oldbailey auf Tod und Leben richten. Der letzte Theil ſeiner Rede wirkte ſo ſtark auf Jackſon, daß er ſeine Einwilligung zu einem Vergleich gab, voraus geſezt daß er ſein Geld wieder bekomme, worauf der Conſtable ihm ſagte, anſtatt auf Wiedererſtattung ſeines Verluſtes ſich gefaßt machen zu dürfen, ſei er ziemlich überzeugt, daß es ihn noch Et⸗ was weiter koſten könnte, ehe ein Vergleich zu Stande käme. Doch habe er Mitleiden mit ihm und wolle die Frauensperſonen wegen beiderſeitiger Aufhebung der Sache aus⸗ forſchen. Der unglückliche Stutzer dankte ihm für ſeine Freund⸗ ſchaft, und theilte uns nach ſeiner Rückkunſt den Inhalt dieſes Zwiegeſprächs mit, während der Conſtabel gegen unſere Gegnerin den Wunſch ausſprach, mit ihr unter vier Augen zu ſprechen, ſie in das anſtoßende Zimmer führte, und unſere Sache ſo kräf⸗ tig verfocht, daß ſie ſich bereit erklärte, ihn zum Schiedsrichter