106 Nachricht gegeben hatte, Herr Cringer gebe Wen ſeinen Clienten bei Licht Gehör, da er ſelbſt bei Tagesanbruch dem Lever des Lord Terrier beiwohnen müſſe, weil Seine Herrlichkeit zwiſchen acht und neun Uhr den Miniſtern aufwarte. Als wir zu Herrn Cringer's Thüre kamen, ſo rannte Strap, um mir einen Beweis ſeines feinen Benehmens zu geben, zu dem Thürhammer hin, und bediente ſich deſſelben ſo laut und ſo lange, daß er die ganze Straße in Allarm brachte, und ein Nachttopf aus einem Fenſter in dem zweiten Stocke des Nachbarhauſes ſo geſchickt auf ihn her⸗ ab ausgeleert wurde, daß der arme Barbier ſich bis auf die Haut durchnäßt ſah, während ich, weil ich glücklicherweiſe etwas ent⸗ fernt von ihm ſtand, der übelriechenden Fluth entgieng. Unter⸗ deſſen öffnete ein Bedienter die Thüre, und frug, da er Nieman⸗ ven, außer uns, in der Straße ſah, mit grimmiger Miene, warum ich ſolch einen verdammten Lärmen mache und was ich wolle. Ich ſagte zu ihm, ich habe Geſchäfte mit ſeinem Herrn, den ich zu ſehen wünſche, worauf er die Thüre mir vor der Naſe zuſchlug, mit den Worten: ich müſſe beſſere Sitten lernen, ehe ich vor ſeinen Herrn treten könne.
Ueber dieſen mißlungenen Verſuch erbittert, wandte ich meine Rache gegen Strap, den ich wegen ſeines vorlauten Benehmens ſcharf tadelte: allein er bekümmerte ſich nicht im mindeſten um meine Vorwürfe, ſondern ſchüttelte den Urin aus ſeiner Perrücke, hob einen großen Stein auf und ſchleuderte ihn mit ſolcher Ge⸗ walt gegen die Thüre des Hauſes, von wo aus er überfluthet worden, daß das Schloß nachgab, die Thüre weit aufflog, und er Ferſengeld nahm, mir es überlaſſend, ihm zu folgen, ſo gut ich konnte. Wirklich war auch keine Zeit zu verlieren: ich folgte ihm deßhalb ſo ſchnell als ich konnte, bis wir uns gegen Abend in einer uns unbekannten Straße befanden. Als wir hier uns umſehend, fortwanderten, hielt ein ganz ehrbar ausſehender Mann, der an uns vorübergieng, plötzlich an und hob etwas auf, was


