Vom Grafen Sollogub. 139
Nation geleitet, als vielmehr,— damit nur ihre Stimme vernommen werde. Allein die Völker haben längſt ſchon erkannt, daß unter all dieſem Lärmen und Geſchrei ſich nur kleinliche Berechnung, Privatleidenſchaften, perſön⸗ liche Eitelkeit oder auch jugendlicher Uebermuth verbirgt; — glauben Sie mir, wenn die öffentliche Wohlfahrt um ſich greift, ſo rührt dies von eigener Kraft, aber nicht von den Poſaunenſtößen dieſer Straßenherolde her. Auf alles menſchliche Thun wirkt Leidenſchaftlichkeit nicht nur nachtheilig, ſondern ſogar vernichtend. Das zeigt Ihnen die Geſchichte, welche der Gegenwart die Ver⸗ gangenheit als Lehre für die Zukunft aufſtellt. Wir haben ſpäter begonnen als alle andern Völker, und des⸗ halb ſind wir nicht noch einmal in deren kindiſche Irr⸗ thümer verfallen. Wir ſind ruhig vorwärts geſchritten, ausgerüſtet mit dem Glauben, mit dem Gehorſam und mit der Hoffnung. Wir haben nicht unſinnig getobt, nicht unnützes Blut vergoſſen, wir ſuchten nicht die geſetzliche Macht mit Füßen zu treten oder heimlich dieſelbe zu untergraben, ſondern ſtrebten offen nach dem geheiligten Ziele, wir haben's erreicht und der ganzen Welt den Beweis davon geliefert.... Die Geduld half uns das einfache Räthſel zu löſen, das bisher noch nicht gelöſt worden war. Wir haben der Welt offen dargelegt,


