Vom Grafen Sollogub. 135
ßeren ließ ſich leicht auf die Ordnung und den Geiſt der Bewohner ſchließen. Auch hier deuteten zahlloſe Aushängeſchilder auf die Gewerb⸗ und Handelsthätig⸗ keit der Bürger, und geräumige Gaſthäuſer luden den Reiſenden in reinliche Zimmer ein. Die goldenen Häupter der Glockenthürme aber riefen den Segen herab auf die brüderlich vereinten Schaaren der Gläubigen.
Als jedoch vor Jwan Waßiljewitſchs Augen jener Wald von Kuppeln, jenes Land von Paläſten und Prachtgebäuden erglänzte, rief derſelbe im Uebermaß des Wonnegefühls jubelnd aus:— Moskwa, Moskwa!... In dieſer Minute aber verſchwand der Tarantas, als ob er in die Erde eingeſunken wäre, und Jwan Wa⸗ ßiljewitſch befand ſich auf dem Twerſchen Boulevard, an derſelben Stelle, wo er vor gar nicht langer Zeit Wa⸗ ßilij Jwanowitſch getroffen und mit demſelben überein⸗ gekommen war, nach Mardas zu fahren. IJwan Wa⸗ ßiljewitſch war außer ſich vor Verwunderung. Unge⸗ heure uralte Bäume wölbten ihr ſchattiges Dach über den breiten reinlichen Wegen, zu deren Seiten ſich Rei⸗ hen von Schlöſſern in ſo leichtem, ſchönem Bauſtyl hinzogen, daß deren bloßer Anblick das Herz mit edler Liebe zum Schönen, mit dem glücklichen Grfühle der Harmonie erfüllte. Jedes Haus ſchien ein Tempel der


