Vom Grafen Sollogub. 19
beſſer, als jene lüderlichen Geſellen, gegen die Ihr ſo eben zu Felde zoget! Ihr ſeid ſtolz auf Eure Rohheit, weil Ihr Ausſchweifung mit Aufklärung verwechſelt! Die Bildung widert Euch an, weil Ihr ſie im geſtutzten Frack, in ausländiſchen Möbeln und Bronzegegenſtänden, ſowie im Champagner zu ſehen glaubt, den Eure Söhne trinken— kurz in einer elenden Außenſeite und erbärm⸗ lichen Angewöhnungen. Das iſt weder Aufklärung noch Bildung. Die Aufklärung raſirt weder Eure Bärte, noch beſchneidet ſie Eure Kaftane. Das kümmert ſie nicht. Sie lehrt Euch aber, was Betrug ſei. Welche Vortheile er auch bringen möge, s bleibt doch immer Betrug; die Aufklärung verſchafft Euch das nothwendige Wiſſen, ſowie Kennt⸗ niß von den Orten und deren Bedürfniſſen, Erfahrung in der Rechenkunſt, in der Schiffahrt, im Umſatz, der ſich nicht auf eine heimliche Freibeuterei gründet, ſondern auf ſichere, vertragsweiſe Berechnungen, die für Alle gleich vortheilhaft ſind. Die Aufklärung macht das ſchöne Gefühl des Zutrauens, das auch ohnedem ſich bei Euch im Privatleben vorfindet, zur feſten Regel. Dann werdet ihr nicht, wie jetzt, Eure Geſchäfte vor einander verheimlichen, im Gegentheil, Euch um ſo fe⸗ ſter verbinden und durch gemeinſchaftliches Wirken Eurer Kapitalien nicht nur Euch ſelbſt bereichern, ſondern auch
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