Vom Grafen Sollogub. 15
Laden, laß keinen Käufer vorübergehen, giebt's draußen ein profitables Geſchäftchen, ſchone Deine Knochen nicht, ſpanne die Pferde vor die Kibitke und traue Nieman⸗ dem an, was Du ſelbſt machen kannſt; thu' nur immer nach Deinem ſchlichten Verſtande, wirſt Deine Sache ſchon ſelber am Beſten ſehn, kurz, ſei Dein eigner Ta⸗ gelöhner. Bei alledem leidet man oft Schaden, die Zeiten aber ſind nicht immer gleich, und Gott giebt auch ſeinen Segen, daß ſchlechte Waare dreimal ſo theuer weggeht. Aber die Wahrheit zu geſtehen, an Wohl⸗ leben und allerlei Verſchwendung darf man im Handel nicht denken, ſo trage ich zum Beiſpiel meinen Kaſtan hier wenigſtens ſchon elf Jahre,'s ſtecken wohl ſo'n Hunderttauſend und mehr drin; mit meinen Kameraden da iſt's aber dieſelbe Sache!—
— Und fürchten Sie ſich nicht, beraubt zu wer⸗ den?— fragte verwundert Jwan Waßiljewitſch.—
— Hat nichts zu ſagen, Väterchen! Gott iſt barm⸗ herzig! Auch haben wir hier kein ſo verwegenes Volk; enen Strang oder's Zugſeil von unſter alten Kibitke ſtehlen ſie wohl mitunter, aber uns zu berauben, dazu gehört'n ordentlicher Böſewicht. Wir machen ſchon funfzehn Jahr die Reiſe, iſt uns aber von Niemand noch'n Leid geſchehen!—


