Vom Grafen Sollogub. 153
zu dienen. Für'nen Fremden zu arbeiten, iſt ne Schande und ſchickt ſich ganz und gar nicht; aber für ſeinen Herrn— das iſt Gottes Wille. Sie für Dich, Du für ſie. Das iſt ruſſiſche Sitte und die beſte Wirthſchaft.—
— Aber die Regeln für die Verwaltung, Waßilij Jwanowitſch?—
— Was für Regeln, Brüderchen! Gewohnheit, das rechte Maaß und Gottes Wille. Hecke keine Klügeleien aus, paß auf, daß der Muſchik hübſch ordentlich iſt, und laß keine Bettelei zu, führe ein Wirthſchaftsregiſter, nicht des Einbands wegen, ſondern um der Sache wil⸗ len, verſtehſt Du? und ſieh drauf, daß ſich beim Mu⸗ ſchik das volle Inventarium findet, ſo zu ſagen der ganze Kompler!—
— Was iſt denn das?—
— Nun höre zu: Der ordentliche Muſchik muß immer'n Isba mit gutem Dach und'nem Vorraths⸗ ſchuppen haben, zwei Pferde, eine Kuh, zehn Schaafe, ein Schwein, zehn Hühner, zwei Telegen, zwei Schlit⸗ ten, einen Pflug, eine Egge, eine Senſe, zwei Sicheln,
einen Trog, zwei Eimer, ein Fäßchen, ein Sieb. Au⸗
ßerdem, wenn er kein beſonderes Handwerk treibt, muß er zwei Deſſätinen Land mit Sommer- und Winterge⸗ treide beſäet haben und'ne Trift für's Vieh. Siehſt


