Vom Grafen Sollogub. 127
Was ſteht Ihr da, Ihr Kanaillen, und gafft? Ich laſſe Euch fünfhundert Stockprügel geben, Ihr Beſtien!
Das Fell laſſe ich Euch gerben, daß Ihr mir daran
denken ſollt! Das ruſſiſche Volk, cara patria— fügte er mit wegwerfender Miene hinzu— verſteht keine andre Sprache. Ohne Stockprügel thut es keinen Schritt. Meine Leute ſind im Auslande geblieben, und ich habe niemand Anders bei mir, als die Klötze hier, die ſchon bei meinem Vater dienten....
— Wo reiſen Sie hin?— fragte Jwan Waßil⸗ jewitſch.
— Ach! ich bitte, fragen Sie mich gar nicht, ich ſterbe vor Langeweile, wenn ich nur daran denke. Ich reiſe auf meine Güter. Nichts zu machen! Der Staroſt ſchickt kein Geld, weiß der Teufel, was ſie mir ſchrei⸗ ben! An einem Orte iſt Mißwachs, am andern iſt ein Dorf abgebrannt. Was geht das mich an? Ich bin ein Kosmopolit, ich miſche mich nicht in die Angelegen⸗ heiten meiner Bauern; mögen ſie machen, was ſie wollen, wenn ſie nur ihren Erbzins abliefern. Ich kenne ſie aber durch und durch, s ſind nichtswürdige Schurken. Sie denken, weil ich im Auslande bin, können Sie mich betrügen, wie ſie wollen. Aber ich
weiß, wie man mit ihnen verfahren muß: die Söhne


