Teil eines Werkes 
3. Band, Tarantas : 1. Theil (1847) Tarantas: putevye vpečatlenija
Entstehung
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Vom Grafen Sollogub. 123

Es ſchien faſt, als ob ſelbſt die Natur ſich lang⸗ weit

Waßilij IJwanowitſch lag, in Schlafröcke und Pelze gehüllt und nach ganzer Leibeslänge ausgeſtreckt im Ta⸗ rantas; er ſuchte den gewaltigen Stößen deſſelben trotz⸗ zubieten und ungeachtet des unbarmherzigen Weges einzuſchlafen. Neben ihm ſaß Iwan Waßiljewitſch im Haſenpelzchen, das er durch die Noth gezwungen von ſeinem Reiſegefährten geliehen. Mißvergnügt blickte er nach dem grauen Himmel und in die graue Ferne, und leiſe pfiff er das nel furor della tempesta— ſeine Lieblings⸗Arie, wie bereits bekannt. Niemals ver⸗ ſtreicht die Zeit ſo langſam, als unterwegs, beſon⸗ ders auf einer ruſſiſchen Landſtraße, wo, die Wahrheit zu geſtehen, wenig Abwechſelung für das Auge, aber deſto mehr Plage für die Rippen zu finden iſt. Ver⸗ geblich ſuchte Jwan Waßiljewitſch den geringſten Gegen⸗ ſtand für ſeine„Reiſeeindrücke“ ausfindig zu machen. Alles um ihr her war leblos und menſchenleer. Es begegnete den Reiſenden nur ein Muſchick mit den Baſt⸗ ſchuhen auf den Rücken, der höflich grüßte, und einige Mähren mit zuſammengebundenen Vorderfüßen hinter einem Zaune bewillkommneten ſie mit ſprüngen. Jwan Waßiljewitſch griff ſchon nach ſeinem