Indeß war der Zweck jener Entdeckung, den König zu überzeugen, daß die Sache nicht durch des Herzogs Schuld mißlungen ſey; er glaubte alſo, nicht ſelbſt davon ſprechen zu müſſen. Rui Gomez hatte gleichen Antheil daran, war alſo nicht minder verdächtig.
Sie glaubten alſo, hiezu einer dritten Per⸗ ſon zu bedürfen, und fanden niemand geſchick⸗ ter als den Staats⸗Sekretair Antonio Perez. Sie beſchloßen alſo, ihn in's Verſtändniß zu zie⸗ pen. Dieſer Mann, der gar kein Intereſſe hatte dem Prinzen oder der Königin zu ſcha⸗ den, ſchien ſchwer zu gewinnen; doch hoffte und wagte es Rui Gomez. Allein dieſem war
der Antrag ſehr angenehm. Perez liebte die Prinzeſſin Eboli und hatte bis jetzt nichts von ihr erlangen können. Als er vernahm, die Prinzeſſin ſey nicht in das Geheimniß ein⸗ geweyht, berechnete er⸗ der ihre Neugier kannte, welchen Vortheil er durch deſſen Ent⸗ deckung gewinnen könne, und Rui Gomez kehrte zu dem Herzog v. Alba mit der Nachricht von dem glücklichen Erfolge ſeiner Unterhandlungen zurück; entzückt, daß er dem Liebhaber ſeines
Weibs ein unfehlbares Nittel verliehen hatte, dieſe zu verführen.


