169
dem nicht aufgekündigt war, noch einen Monatslohn in den Kauf bekam. Nur eine Köchin, die dem Franzoſen bisher geholfen hatte, eine Hausmagd, einen alten Livreebedienten, einen Poſtillon und einen Untergärtner behielt ich bei. So befreite ich auf einmal die Schultern meines Freundes von einem ungeheuren Berg von Ausgaben und Sorgen; er traute ſeinen eigenen Sinnen nicht, als er ſich ſo ſchnell und ſo weſentlich erleichtert fühlte. Indeß litt ſein Herz immer noch an einigen Anfällen von Zärtlichkeit, die ſich zu gewiſſen Zeiten wieder einſtellten, und ihm Seufzer, Thränen und ungeduldiges Wehklagen auspreßten; allein dieſe Anwandlung verminderte ſich von Tag zu Tag, bis endlich ſeine Vernunft einen vollkommenen Sieg über die Schwachheit ſeines Gemüths errang.
Nach einer genauen Unterſuchung ſeiner Angelegenheiten finde ich, daß ſich ſeine Schulden auf zwanzigtauſend Pfund belaufen, und daß ſein Gut bereits für den Betrag von achtzehntauſend Pfund verpfändet iſt. Da er nun fünf Prozent Zinſen bezahlt hat unv einige ſeiner Maiereien unverpachtet daliegen, ſo werfen ihm ſeine Ländereien nicht über zweihundert Pfund reines Geld ab, wozu noch die Renten vom Beigebrachten ſeiner Frau kommen, die jährlich achthundert Pfund betragen. Um ihm dieſe ſchwere Schuldenlaſt zu erleichtern, verfiel ich auf folgendes Mittel. Aus den Juwelen ſeiner Frau, aus den überflüſſigen Silbergeräth⸗ ſchaften und Möbeln in beiden Häuſern, aus ſeinen Pferden und Wägen, die bereits zur öffentlichen Verſteigerung angezeigt ſind, können etwa zweitauſend fünfhundert Pfund baares Geld erlöst werden, womit man ſogleich zweitauſend Pfund von den Schulden abzahlt. Ich habe mich anheiſchig gemacht, ihm zehntauſend Pfund zu vier Prozent zu verſchaffen, ſo daß er jährlich hundert Pfund an Zinſen erſpart, und vielleicht gelingt es uns, die übrigen acht⸗ tauſend Pfund eben ſo zu bekommen. Nach ſeinem eigenen Plane vom Landleben, ſagt er, könne er bequem mit dreihundert Pfund


