16 beſorgt; ſonſt würden bei den ſchnellen Miniſterwechſeln, wo der Nachfolger gewöhnlich ein ärgerer Ignorant iſt, als ſein Vorgänger, die Rä der der Regierungsmaſchine ſtille ſtehen. Da würden wir in einer ſchönen Verlegenheit ſitzen, wenn alle Kanzliſten bei der Schatzkammer, der Staats⸗ und Kriegskanzlei, ſo wie der Admi⸗ ralität, ſich's auf einmal in den Kopf ſetzen würden, ihre Stellen aufzugeben, wie ein großer Penſionär. Um indeſſen auf C. T. zurückzukommen, er verſteht gewiß mehr, als das ganze Miniſte⸗ rium und die Oppoſition zuſammen, wenn ſie auch aus allen ihren Köpfen einen einzigen machen wollten, und dann ſpricht er über die verſchiedenſten Gegenſtände wie ein Engel. Er wäre wirklich ein großer Mann, wenn er nur im Entfernteſten etwas Geſetztes oder Zuverläßiges in ſeinem Charakter hätte. Freilich muß man zugeben, daß er auch keinen Muth beſitzt, ſonſt würde er ſich nicht von dem großen politiſchen Eiſenfreſſer, den er in Beziehung auf Verſtand mit Recht im Innern verachtet, dermaßen in's Bockshorn jagen laſſen. Ich habe ihn vor dieſem herrſchſüch⸗ tigen Hektor in Angſt geſehen, wie einen Knaben vor ſeinem Schulmonarchen, und doch habe ich gegründeten Verdacht, daß eben dieſer Hektor im Grunde nichts iſt als eine Memme. Außer die⸗ ſem Fehler hat C. T. noch einen andern, den er ſorgfältiger verbergen ſollte. Man darf ihm kein Wort glanben, und ſich auf keine ſeiner Verſprechungen verlaſſen. Gleichwohl iſt er, um auch dem Teufel Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, äußerſt gutherzig und ſogar freundſchaftlich, wenn man ihn dringend genug darum angeht. Nach Grundſätzen aber darf man bei ihm nicht fragen; mit einem Wort, er iſt ein witziger Kopf und ein äußerſt unter⸗ haltender Redner, der aber ſehr häufig auf Koſten derſelben Mi⸗ niſter zu glänzen ſucht, von deren Solde er lebt. Es iſt dieß ein Beweis von ſehr großer Unvorſichtigkeit, wodurch er ſich auch die⸗ ſelben alle zu Feinden gemacht hat; ſie mögen nun Geſichter gegen ihn ſchneiden, welche ſie wollen, früher oder ſpäter wird er
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